In den nächsten Tagen wird in der Hallertau das grüne Gold geerntet. Unser Braumeister, Markus Kampf hat sich vor Ort einen Einblick verschafft, wie es um die Hopfenernte 2026 steht.
Wenn Braumeister und Brauer gegen Mitte August langsam ungeduldig und nervös werden ist klar: Die Hopfenernte steht vor der Tür. Ab Anfang September herrscht auf den Hopfenfeldern in der Hallertau aufgrund des kurzen Erntefensters Hochbetrieb.
Doch wie fällt die Ernte 2026 aus? Dieser Frage gingen Hopfenpflanzer und Brauereiverantwortliche Ende August bei einem großen Branchentreffen Mitten im weltgrößten Hopfenanbaugebiet, der Hallertau auf den Grund.
Schönramer Braumeister begutachtet Hallertauer Hopfen
Mit überschwänglichem Enthusiasmus trat unser 1. Braumeister, Markus Kampf die Heimreise nicht an. „Leider prognostiziert sich eine eher schlechte Ernte mit unterdurchschnittlichen Mengen und Qualitäten“, berichtet Kampf. Nach zwei guten Jahren für den Hopfen, setzten dem Hanfgewächs große Hitze und geringer Niederschlag heuer extrem zu. Diesen widrigen Bedingungen konnten nur jene wenigen Bauern entgegenwirken, die über eine Bewässerung verfügen.





„Gerade dieser Ausblick macht es umso wichtiger, in engem Austausch mit unseren Hopfenbauern zu sein und die Möglichkeit zu haben, auf die bestmöglichen Qualitäten Zugriff zu bekommen“, weiß der erfahrene Braumeister, der sich intensiv mit unseren Vertragsbauern Martin Schmaizl, Georg Breitner und Kuffer Johannes austauschte. Diesen Austausch mit den Hopfenbauern pflegen die Schönramer Braumeister das ganze Jahr über, aber besonders wichtig sind die Informationen kurz vor der Ernte. Aufgrund der Güte der Hopfenernte müssen Rezepte bzw. Hopfengaben im Sudhaus angepasst werden. Um durchgehend Biere von höchster Qualität zu brauen, werden im Sudhaus sogar bis zu drei Hopfen-Jahrgänge verschnitten. So können Ausfälle, wie in diesem Jahr, kompensiert werden.
Hier wächst der Hopfen fürs Schönramer Bier
Gerade Herkunft und Standort machen das grüne Gold so besonders und einzigartig. Den Großteil unseres Hopfens beziehen wir aus der Hallertau, nordlich von München. Sorten wie Hallertauer Tradition, Mittelfrüh oder der besondere Mandarina Bavaria für unser Bayrisch Pale Ale gedeihen dort hervorragend. Ganz besondere Sorten werden für uns in Tettnang am Bodensee angebaut. Sie verleihen zum Beispiel unserem Weißbierbock seine elegante Würzigkeit.
Wir dürfen uns glücklich schätzen, unsere Anbaugebiete direkt „vor der Nase“ zu haben. Denn die Hallertau bietet normalerweise eine Kombination aus:
🌞 viel Sonne
🌧️ ausreichender Niederschlag
🌡️ geeignetem gemäßigtem Klima
🌱 tiefgründigen Böden
❄️ kalten Wintern
📍 geeigneter geografischer Lage
Dazu kommt eine jahrhundertelange Erfahrung im Hopfenbau. Das erklärt auch, warum sich bestimmte Terroirs herausgebildet haben. Ähnlich wie beim Wein können Boden, Klima und Anbauweise das Aromaprofil des Hopfens beeinflussen. Hopfen ist eine sogenannte Langtagpflanze. Vereinfacht bedeutet das: Je länger die Tage werden, desto stärker wird das vegetative Wachstum des Hopfens angeregt. Diese Voraussetzungen sind nur zwischen bestimmten Breitengraden auf der Erdkugel gegeben. Ein Glück für uns!
Was bringt der Hopfen ins Bier?
Aus Brauer-Sicht ist besonders die Menge an Alpha-Säure wichtig, die der Hopfen mitbringen sollte. Diese wird durch das Kochen im Sudhaus löslich und bringt die charakteristische Hopfenbittere ins Bier. Für uns ist allerdings auch der Anteil der ätherischen Öle besonders wichtig, die den Schönramer Bierspezialitäten ihr einzigartiges Aroma verleihen. Leider haben Hitze und Trockenheit heuer sowohl den Alpha-Werten wie auch dem Öl-Gehalt nicht sonderlich positiv beeinflusst. Mit viel Fingerspitzengefühl, Erfahrung und Know-how wird es dem Team von Markus Kampf dennoch wieder gelingen, Biere in bester Qualität zu brauen.












Das Grünhopfenpils kommt
Die Hopfenernte ist für die Schönramer Brauer und Braumeister jedes Jahr ganz besonders, weil nicht nur die frische Ernte ins Haus kommt, sondern auch unser beliebtes Grünhopfenpils eingebraut wird. Dafür werden erntefrische Hopfendolden direkt aus der Hallertau nach Schönram geliefert und sofort eingebraut. Brauprozess und Ergebnis sind jedes Jahr ein echtes Highlight für uns. Nach langer kalter Reifung kannst du unser Grünhopfenpils dann wieder ab Anfang November genießen. Freu dich drauf, da es jedes Jahr immer ein wenig anders, aber immer sensationell gut schmeckt!

Erfahre mehr über Hopfen und Malz
Wenn du noch tiefer in den Brauprozess eintauchen und mehr über die Rohstoffe erfahren willst, besuche doch eine Brauereiführung oder eine Bierverkostung bei uns in Schönram. Unsere Guides und Biersommeliers beantworten dir gerne alle deine Fragen rund um das Thema Bier. Wir freuen uns auf deinen Besuch.
Hopfen und Malz, Gott erhalt’s!
