Hopfenernte Hallertau 2026: Schönramer Lehrlinge packen mit an

Veröffentlicht: 11. September 2026

In unseren Hopfenanbaugebieten Tettnang am Bodensee und in der Hallertau findet derzeit die Hopfenernte statt. Innerhalb von nur vier Wochen wird die komplette Ernte eingefahren. Eine arbeitsintensive Zeit für Hopfenbauern und Erntehelfer. Auch die Schönramer Jung-Brauer Nicole, Maxi und Basti unterstützen in diesem Jahr bei der Ernte.

Das zweite Lehrjahr beginnt im Hopfengarten

Für die angehenden Brauer und Brauerinnen beginnt das zweite Lehrjahr in Schönram traditionsgemäß mit einem Einsatz im Hopfengarten. Nachdem sie im ersten Lehrjahr die verschiedenen Bereiche der Brauerei kennengelernt haben, geht es nun zum Ursprung des wichtigen Bier-Rohstoffs. Im Hopfengarten erleben die Auzubildenden, wie Hopfen angebaut, geerntet und für seinen späteren Einsatz im Sudhaus vorbereitet wird.

Nici und Maxi waren in der ersten Erntewoche bei unserem Hopfenbauern Georg Breitner in Niederlauterbach dabei. Der Erntestart hatte sich 2026 aufgrund der extremen Hitze und Dürre etwas nach hinten verschoben. Bei den Breitners begann die Ernte deshalb erst in der ersten Septemberwoche. Auf anderen Höfen in der Holledau wartet man sogar noch länger ab. Die Hopfenbauern hoffen nämlich auf eine möglichst gute Entwicklung der Alpha-Säurewerte. Mehr dazu liest du in unserem Blogbeitrag: Wie steht’s um die Hopfenernte 2026?

Bilder-Galerie: Hallertauer Hopfenernte 2026

Ankunft bei Hopfenbauer Georg Breitner in der Hallertau

Bevor für Nici und Maxi die Arbeit begann, wurden sie herzlich von Familie Breitner und der gesamten Erntemannschaft aufgenommen. Bei einer guadn Brotzeit lernte man sich kennen und schnell wurde deutlich, dass die Hopfenernte eine besondere Zeit auf den Höfen ist: Maschinen laufen vier Wochen lang auf Hochtouren, Erntehelfer kommen aus Nah und Fern und während der Ernte wird gemeinsam gearbeitet, gegessen und gelebt.

Beim anschließenden Hofrundgang zeigten Georg Breitner und sein Sohn Leonhard, der den landwirtschaftlichen Betrieb leitet, den beiden die wichtigsten Stationen: Hopfenpflückmaschine, Hopfendarre und Packstation. Die Abläufe waren damit erklärt. Nun konnte die praktische Arbeit beginnen.

Vom Hopfengarten auf den Hof – So sah der Arbeitsalltag aus

Am Dienstag um 7 Uhr morgens begann für Nici und Maxi der erste Arbeitstag im Hopfengarten. Mit dem Traktor ging es hinaus aufs Feld. Dort werden die bis zu sieben Meter hohen Hopfenranken mit einem speziellen Pflückgerät abgeschnitten und auf den Anhänger verladen. Was dabei nicht automatisch erfasst wird, muss von Hand eingesammelt werden. Auch die Hopfenstöcke werden für den kommenden Neuaustrieb vorbereitet. Echte Handarbeit, bevor es zurück auf den Hof geht.

Niki und Max (mitte) mit Gerog (rechts) und Leonhard (links) Breitner am Hof des Hopfenbauern, während der Hallertauer Hopfenernte 2026.
Niki und Max (mitte) mit Gerog (rechts) und Leonhard (links) Breitner am Hof.

Dort wartet bereits die nächste Aufgabe: Die Ranken werden in die Pflückmaschine eingehängt. Sie trennt die Hopfendolden von Reben, Blättern und Pflanzenresten. Während die Ranken aussortiert werden, gelangen die Dolden über Förderbänder direkt zur Hopfendarre. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt dabei nicht. Denn schon kommt die nächste Ladung vom Hopfengarten.

Um 12 Uhr ist allerdings erst einmal Mittagspause. Rosina und Annette Breitner versorgen die gesamte Mannschaft mit Frittatensuppe, Gulasch und Apfelstrudel. Dazu gibt es Schönramer Hell vom Fass.

Qualität braucht Erfahrung und Fingerspitzengefühl

Nach der Mittagspause geht es für unsere Schützlinge mit der Qualitätskontrolle weiter. Gemeinsam mit Georg Breitner beurteilen sie den Hopfen nach Farbe, Geruch, Beschaffenheit und Feuchtigkeit.

Besonders wichtig ist der Wassergehalt: Frisch geernteter Hopfen enthält noch sehr viel Wasser und muss deshalb unmittelbar nach der Ernte getrocknet werden. Auf der Darre wird der Wassergehalt auf etwa 10 – 12% reduziert. Die richtige Trocknung ist entscheidend für Qualität und Lagerfähigkeit. Dabei kommt es neben Technik vor allem auf Erfahrung und Fingerspitzengefühl des Hopfenbauern an.

Doch auch die Technik selbst darf während der Ernte nicht stillstehen. Die Pflückmaschine läuft nahezu den ganzen Tag und wird deshalb zweimal täglich gründlich gereinigt, geschmiert und gewartet. Denn wenn während der Ernte eine Maschine ausfällt, wartet der Hopfen nur ungern.

Vom getrockneten Hopfen zum brauereifertigen Hopfenpellets

Am Nachmittag geht es schließlich an die Hopfenpresse. Die getrockneten Dolden werden in Säcke gefüllt und anschließend hydraulisch gepresst. Ein Sack fasst rund 60 Kilogramm, bis zu 50 Säcke können dabei an einem Erntetag zusammenkommen.

Später wird der Hopfen zu Pellets weiterverarbeitet. Dadurch lässt er sich gut lagern und transportieren und kann unter Ausschluss von Sauerstoff über mehrere Jahre aufbewahrt werden. So ist es möglich, auch Schwankungen bei den Ernten auszugleichen und bei Bedarf auf Hopfen aus vergangenen Jahrgängen zurückzugreifen.

Für unsere Auszubildende wurde damit sichtbar, welchen Weg der Rohstoff zurücklegt: von der Hopfenranke im Garten über Pflückmaschine, Darre und Presse bis zu dem Hopfen, der später als Pellets seinen Weg ins Sudhaus findet.

Bilder-Galerie: Hallertauer Hopfenernte 2026

Hopfen erleben – auch abseits des Erntealltags

Neben der praktischen Arbeit auf dem Hopfenhof standen für Nici und Maxi auch zwei besondere Stationen auf dem Programm. Bei der IGN, der Interessengemeinschaft Qualitätshopfen Niederlauterbach, erhielten sie einen Einblick in die Qualitätssicherung und Vermarktung des heimischen Hopfens sowie in die enge Zusammenarbeit zwischen Hopfenpflanzern und Brauereien. Im Deutschen Hopfenmuseum in Wolnzach ging es anschließend um die Geschichte und Tradition des Hopfenanbaus in der Hallertau, welcher seit 2026 Immaterielles Weltkulturerbe ist. So lernten die beiden den Rohstoff nicht nur praktisch, sondern auch aus einer historischen und fachlichen Perspektive kennen.

Vom Hopfengarten ins Sudhaus: Der Weg des Hopfens geht weiter

Ganz abgeschlossen ist das Hopfen-Abenteuer für Nici und Maxi damit noch nicht. Rechtzeitig zum Einbrauen des Schönramer Grünhopfenpils werden die beiden wieder dabei sein und erleben, wie der frisch geerntete Hopfen seinen Weg vom Hopfengarten direkt ins Sudhaus findet. Und auch der dritte Lehrling darf nicht fehlen: In rund zwei Wochen wird Basti bei Georg Breitner in die Hopfenernte einsteigen. Anschließend werden wir auch ihn zu seinen Erfahrungen befragen und berichten, was er während seiner Zeit auf dem Hopfenhof erlebt hat.

Bis dahin kannst du dich durch unsere Hopfenbeiträge lesen. Viel Spaß.

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