Unser Sprach is Bairische – So wead gredd im Rupertiwinkel gredd

Veröffentlicht: 2. November 2026

„So wead gredd“ – ein Stück Rupertiwinkler Sprachschatz in Schönram

Schönram. Es gibt Bücher, die liest man von vorne bis hinten. Und es gibt Bücher, in denen man einfach gern blättert, weil auf jeder Seite ein Stück Heimat steckt. „So wead gredd“ gehört eindeutig zur zweiten Sorte.

Junior-Chef Alfred Oberlindober mit Schosch Baumgartner vom Förderverein Bairische Sprache und Dialekte mit dem neuen Dialektwörterbuch "So wead gredd"
Herr Baumgartner (links) vom Förderverein Bairische Sprache und Dialekte zu Besuch in Schönram mit Bräu Fredi Oberlindober.

Das Dialektwörterbuch „So wead gredd – Bairische Sprache, gesammelt im Rupertiwinkel rund um Laufen und Oberndorf“ sammelt Wörter, Redewendungen und sprachliche Besonderheiten, die den Menschen in der Region zwischen Waginger See und Abtsdorfer See seit Generationen vertraut sind. Viele davon hört man heute nur noch selten. Umso wertvoller ist es, dass sie in diesem Buch festgehalten und damit für die kommenden Generationen bewahrt werden.

Der Grundstock für das Werk stammt von Hans Müller, dem „Podei“ aus Laufen. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand widmete er sich unter anderem dem Sammeln alter Wörter und Redewendungen. Auch Begriffssammlungen aus dem Flachgau und aus Orten wie Weildorf flossen in seine Arbeit ein. 2008 und 2009 erschien das Buch zunächst im Eigenverlag. Die Nachfrage war groß – die Auflagen waren bald vergriffen.

Nach vielen Jahren entstand schließlich die Idee einer überarbeiteten Neuauflage. Der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte setzte sich gemeinsam mit engagierten Menschen aus dem Rupertiwinkel dafür ein, den sprachlichen Schatz wieder zugänglich zu machen. Viele Gespräche, Anfragen und Unterstützer waren notwendig, um die Neuauflage zu ermöglichen.

10.000 Exemplare für die bairische Sprache

Die mittlerweile 4. Auflage mit 10.000 Exemplaren zeigt eindrucksvoll, dass Mundart nach wie vor die Menschen begeistert. Das Interesse an der eigenen Sprache und an regionaler Identität ist ungebrochen.

Die Schönramer Brauerei hat diese Neuauflage ein klein wenig unterstützen dürfen und damit ein klares Zeichen für die Region gesetzt. Denn bairische Sprache und Bier haben mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick meinen könnte: Beide gehören zur Kultur des Rupertiwinkels. Beide werden von Generation zu Generation weitergegeben. Und beide schmecken am besten, wenn sie authentisch bleiben.

Baumgartner Schosch zu Besuch bei Fredi Oberlindober

Wie gut das zusammenpasst, zeigte sich beim Besuch von Baumgartner Schosch in der Brauerei Schönram. Dort traf er Brauerei-Juniorchef Alfred „Fredi“ Oberlindober.

Im Verkostungsraum wurde nicht lange gefackelt: Bei einer halben Bier blätterten die beiden gemeinsam durch „So wead gredd“. Zwischen den Seiten wurde gelesen, über das eine oder andere Wort geschmunzelt und diskutiert. Denn jedes Wort steckt voller Redewendungen und Begriff und erzählt somit seine eigenen Geschichten.

Da wird beispielsweise aus dem Nudelholz der „Woigla“. Und wer es recht „gnedig“ hat, ist nicht etwa besonders nachsichtig, sondern ordentlich beschäftigt oder in Eile. Selbst beim Bier findet sich ein passendes Beispiel: Der Schaum heißt im Bairischen Sprachgebrauch „Foam“ und ist somit wiederum fast dem Englischen näher als dem Deutschen. 😉

Genau solche Wörter machen den Reiz des Buches aus. Sie erinnern an die Sprache der Eltern und Großeltern, an Wirtshausgespräche, an den Stammtisch, an Bauernhöfe und an den Alltag früherer Generationen.

Sprache braucht Menschen, die sie sprechen

Der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte engagiert sich seit Jahrzehnten dafür, dass diese Vielfalt nicht verloren geht. Der 1989 gegründete Verein setzt sich für den Erhalt und die Förderung der bairischen Sprache, Dialekte und Mundarten in Kultur, Brauchtum und Erziehung ein. Dazu gehören Veranstaltungen, Publikationen und die Arbeit an Schulen und in der Öffentlichkeit. Für sein Engagement wurde der Verein 2022 mit dem Dialektpreis Bayern für Dialektvereine ausgezeichnet.

Dabei geht es nicht darum, Hochdeutsch gegen Bairisch auszuspielen. Es geht vielmehr darum, die eigene Mundart als das zu sehen, was sie ist: ein wertvoller Teil der regionalen Identität.

Gerade im Rupertiwinkel und im angrenzenden Salzburger Land wird deutlich, wie fließend Sprache über Grenzen hinweggeht. Untersuchungen und Dialektveranstaltungen zeigen die große Vielfalt innerhalb des bairischen Sprachraums – manchmal können sich schon wenige Kilometer Entfernung in unterschiedlichen Wörtern und Lauten bemerkbar machen.

Kontaktdaten:

Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V.
Telefon: 08651 7680098
E-Mail: info@fbsd.de

A Stückerl Heimat zum Nachschlagen

Mit der Unterstützung der 4. Auflage von „So wead gredd“ trägt die Schönramer Brauerei dazu bei, dass dieser sprachliche Schatz nicht im Vergessen verschwindet.

Und vielleicht ist genau das die schönste Art, ein solches Buch zu lesen: nicht allein am Schreibtisch, sondern gemeinsam, bei einer guten Hoibe Bier, mit Zeit zum Reden und Lachen.

Denn am Ende geht es bei „So wead gredd“ um etwas ganz Einfaches: um die Sprache, die zu unserer Heimat gehört.

Und die darf man ruhig weiterhin so reden, wie einem da Schnabel gwachsn is.

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